In Apolda gegossen, in Köln zu Hause.
Die berühmteste Glocke, die je in Apolda entstand, hängt heute im Kölner Dom: die St. Petersglocke, im Volksmund „Decker Pitter“ oder „Dicker Pitter“ genannt. Mit 3,35 Metern Höhe, 3,25 Metern Breite und knapp 24 Tonnen Gewicht ist sie so schwer wie vier Elefanten.
Hinter ihrem Guss steckt eine wahre Wagnis-Geschichte. Der Apoldaer Glockengießer Heinrich Ulrich nahm die gewaltige Aufgabe an und goss am 5. Mai 1923 die Nachfolgerin der alten Kaiserglocke, die im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen worden war. Weil es noch keine Tieflader gab, wurde die Glocke auf Holz durch die Stadt zum Bahnhof transportiert; zwei Tage dauerte allein die Zugfahrt nach Köln. Bei der Ankunft 1924 jubelte eine ganze Menschenmenge. Beim ersten Läuteversuch an Heiligabend riss jedoch nach nur drei Schlägen das Seil – erst am 28. Oktober 1925 läutete sie richtig. Ihren großen Moment erlebte Heinrich Ulrich nicht mehr: Er war im Februar 1924 verstorben.
In Apolda kann man die Glocke heute als detailgetreue 1:1-Nachbildung bewundern – gleich bei der Einfahrt aus Richtung Weimar in der Erfurter Straße sowie seit Mai 2024 im GlockenStadtMuseum.

